Neue Regeln für Babynahrung

Kommentar: Klarheit mit der Verpackung

Die deutschen Hersteller von Babykost haben zwar wenig Nachholbedarf. Ihre Produkte sind in aller Welt gefragt. Trotzdem haben die europäischen Gremien sie nun in die Schranken gewiesen.

Irreführende Verpackungen, auf denen Ersatzmilch als die gesündere und bessere Alternative zur Muttermilch suggeriert wird, müssen neu gestaltet werden.

Eine Lappalie möchte man meinen, doch das ist es keineswegs. Anders als bei „normalen“ Nahrungsmitteln zielt die Industrie auf die ohnehin noch ungelenken und verunsicherten jungen Eltern, die natürlich das Beste für ihr Kleinkind wollen. „Wir sind bei der Produktfülle völlig überfordert“, gestand vor einiger Zeit eine Europa-Abgeordnete offen ein, die selbst gerade Mutter geworden war. Und sie spricht sicherlich für viele.

Den Herstellern da klare Auflagen zu machen, ist sicherlich ebenso richtig, wie die überkommene Kennzeichnung von speziellen Lebensmitteln für Diäten, für Allergiker oder Sportler umzustellen. Gerade die betroffenen Verbraucher-Gruppen brauchen das, was schon vor einigen Monaten für den breiten Markt der Food-Produkte durchgesetzt wurde: Der Kunde muss sich auf die Werbe-Versprechen verlassen können. Und er soll erfahren dürfen, ob die Waren Bestandteile enthalten, die für ihn nützlich oder gar riskant sind.

Unverständlich bleibt nur, dass solche Regelungen überhaupt nötig werden, weil die Produzenten immer noch nicht verstanden haben, dass Vertrauen in Qualität und Verlässlichkeit der Nahrungsmittel wie der Verpackungsaussagen ein Kaufargument sind. Jetzt bekommen sie Nachhilfe.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online.de

Kommentare