Kommentar zum VDE-Institut

Bekenntnis zum Standort

Das strukturschwache Offenbach ist um eine wichtige Einrichtung reicher: Dass der VDE sein Batterie-Testzentrum in der Stadt errichtet, ist ein Bekenntnis des Elektroverbands zu dem Standort im Herzen des Rhein-Main-Gebiets. VonMarc Kuhn

Insgesamt wird das Institut immerhin 550 Arbeitsplätze hier haben. Während etablierte Unternehmen wie der Druckmaschinenhersteller Manroland mit Turbulenzen kämpfen, richtet sich der Blick des VDE in die Zukunft: Elektromobilität lautet das Zauberwort.

Allerdings fällt es dem Beobachter schwer, den Optimismus von Rainer Bomba zu teilen. Der Staatssekretär forciert freilich die Zielvorgabe der Kanzlerin, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straße zu bringen. Die bisherigen Zulassungszahlen sind indes ernüchternd. Das Thema ist noch nicht in der Bevölkerung angekommen, obwohl die elektrifizierte Mobilität sicherlich auch für Fahrspaß steht. Der Preis der Autos ist zu hoch, ihre Reichweite zu gering.

Eine Mitschuld an den Defiziten muss sich die deutsche Industrie vorhalten lassen - Autoschmieden, Zulieferer und Branchen wie die Chemie. Sie haben die Entwicklung des Herzstücks eines Elektroautos - die Batterie - allzu lange ausländischen Firmen überlassen. Das Knowhow liegt momentan bei Japanern, Chinesen und Koreanern. Mit Joint Ventures versuchen Deutschlands Manager den Anschluss zu halten. Und die Bundesregierung steckt alle nur möglichen finanziellen Mittel in die Forschung. Doch von technischen Durchbrüchen, die die Tür zum Massenmarkt öffnen und die Preise drücken, sind die deutschen Unternehmen noch weit entfernt.

Soll die Energiewende geschafft und die Erderwärmung gestoppt werden, muss aber unter anderem die Elektromobilität vorangebracht werden. Das neue VDE-Institut kann einen Beitrag zu diesen großen Vorhaben leisten.

Quelle: op-online.de

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