NSU-Prozess in München

Kommentar: Gericht am Zug

Wenn der verschobene NSU-Mordprozess vor dem Oberlandesgericht München am 6. Mai beginnt, sitzen nach einer weit verbreiteten Meinung in der Öffentlichkeit die Rechtsextremistin Beate Zschäpe und mutmaßliche Mittäter aus der Neonaziszene nicht alleine auf der Anklagebank. Von Peter Schulte-Holtey

Mit ihnen wird sich nach den Vorstellungen - nicht nur der meisten Türken - auch Deutschland als Rechtsstaat für den riesigen Scherbenhaufen verantworten müssen, den die Ermittlungsbehörden über Jahre verursacht haben.

Die Aufarbeitung dieses vielleicht größten innenpolitischen Skandals in der bundesdeutschen Geschichte wird nun vor Gericht beginnen. Auch durch den Wirbel bei der Platzverteilung im NSU-Verfahren darf man sich jetzt nicht länger stören lassen.

Wir haben Glück gehabt. Bei der vom Münchner Oberlandesgericht veranstalteten Lotterie wurden wir gezogen. Unsere Zeitung bzw. unsere Zeitungsgruppe wird aus dem Gerichtssaal berichten können. Das ist natürlich sehr erfreulich. Klar! Erwartungsgemäß ist das Ergebnis der Verlosung höchst umstritten; so müssen zum Beispiel wichtige Nachrichtenagenturen vor der Tür bleiben. Doch man sollte ruhig reagieren. Vieles wird sich kollegial regeln lassen. Entscheidend: türkische Berichterstatter sind nun ausreichend dabei. Das Gericht muss sich jetzt endlich um seine wichtigste Aufgabe kümmern: Richten, Recht sprechen.

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Quelle: op-online.de

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