NSU-Prozess

Kommentar: Die Nerven verloren

Was hat sie sich dabei gedacht? Völlig aus dem Nichts hat Beate Zschäpe, Hauptangeklagte im NSU-Prozess, ihre Verteidiger mit einem Antrag auf deren Entpflichtung öffentlich düpiert - und dann eine offenbar unzureichende Begründung für ihr Misstrauen geliefert. Von Ann-Kathrin Gehrke

Das Gericht hätte gewichtige Gründe gebraucht, um ihrem Wunsch zu entsprechen. Dass der Antrag nun abgelehnt wurde, ist die logische und einzige Konsequenz. Dennoch birgt die Entscheidung Probleme für den weiteren Verlauf des Verfahrens.

Es sitzt eine Frau auf der Anklagebank, der zehn Morde und etliche weitere Verbrechen zur Last gelegt werden. Nach den Regeln unseres Rechtsstaats steht ihr eine sachgerechte Verteidigung zu - auch und gerade weil das an den Stammtischen der Republik zum Teil anders gesehen wird. Das Vertrauensverhältnis zwischen Anwalt und Mandant ist dabei von elementarer Bedeutung. Und im Fall Zschäpe nun wohl nachhaltig gestört. Es gibt für ihr Verhalten eigentlich nur eine Erklärung: Die Angeklagte hat die Nerven verloren. Dass ihre eigenen Anwälte das nicht verhindern konnten, es wohl vorher nicht mal geahnt haben, spricht Bände.

Quelle: op-online.de

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