Ökologischer Fußabdruck

Kommentar: Nicht glaubwürdig

Projekte für das Klima und gegen seinen Wandel, wie diese Woche an Offenbacher Schulen angeboten, bringen wenig. Abgesehen von vielen Worten und ein paar Verhaltenstipps für den besorgten Umweltschützer bleiben ihre Auswirkungen bedauerlicherweise gering. Von Katharina Hempel

Das Problem liegt jedoch nicht an der Basis, bei den Bürgern. Wählen sie die Energiesparlampe statt der Glühbirne oder das Fahrrad statt dem Auto, so sind das unter Klimaaspekten nur Tropfen auf den heißen Stein. Und Kampagnen für Klima- und Ressourcenschutz tangieren die eigentlichen Umweltsünder nicht. Jüngstes Beispiel: die gescheiterte Abstimmung im Europaparlament über die Reform des Emissionshandels. Damit haben die Abgeordneten in Straßburg ihr wichtigstes Instrument der Umweltpolitik zerstört und die Lobbyisten der Kohle- und energieintensiven Industrie gewonnen. Wenn es Europa nicht gelingt, seine Schutzmaßnahmen gegen den Klimawandel voranzutreiben, wird es auf globaler Ebene erst recht nicht funktionieren. Und: Mit welcher Glaubwürdigkeit können die Europäer bei der nächsten Uno-Konferenz Amerikaner oder Chinesen zur Reduzierung ihrer Emissionen auffordern? Bleibt zu hoffen, dass sich Lobbyisten und Politiker von morgen an ihren „Fair Future“-Projekttag von heute erinnern. Falls es dann noch nicht zu spät sein sollte.

Quelle: op-online.de

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