Kommentar zum Organspende-Skandal: Folgen sind fatal

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Peter Schulte-Holtey

Der Organspende-Skandal fordert nun auch in Regensburg erste Konsequenzen: Der Chef der Chirurgie wurde beurlaubt, weil er im Verdacht steht, bei der Kontrolle der Transplantationen versagt zu haben. Von Peter Schulte-Holtey

Über dem Klinikum hängt die Frage: Manipulierte wirklich ein Oberarzt allein die Daten von 23 Patienten?

Fast jeden Tag kommen jetzt neue Details an die Öffentlichkeit. Kein Wunder, dass die Verunsicherung bei vielen Bundesbürgern wächst. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation berichtete bereits von mehreren Fällen, in denen die Angehörigen von potenziellen Spendern die Entnahme von Organen bei den Verstorbenen unter Verweis auf die Vorgänge verweigert hätten. Der Skandal entwickelt sich also mehr und mehr zu einem Trauerspiel; viele Patienten, deren Leben von einem Spenderorgan abhängt, werden unter den Folgen leiden.

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Es ist unglaublich, dass eine lebensrettende Medizin wegen Verfehlungen einzelner in den Ruch gerät, sie handele auf zweifelhafte Art mit Organen. Vor allem wird es jetzt darum gehen müssen, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen. Der Fall muss möglichst schnell aufgeklärt werden und das Spendensystem muss auf den Prüfstand. Angehörige bzw. Betroffene sollten sich zudem klar machen: Je mehr Organspenden, desto kürzer die Warteliste, desto geringer das Betrugspotenzial.

Quelle: op-online.de

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