Ostukraine und Russland

Kommentar: Putin isolieren

Der Donbass in der Ostukraine scheint verloren. Die Wahlen in den „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk waren eine Farce. Dennoch: Die Separatisten und Moskau schaffen Fakten und der Westen schaut hilflos zu. Von Marc Kuhn

Die Strategie von Europa und den USA läuft ins Leere: Russland schert sich nicht um die Sanktionen. Die Wirtschaft und der Rubel gehen zwar in die Knie, die Zentralbank muss den Kurs der Währung mit hohen Zinsen stärken. Zar Putin und seine machtbesessene Clique interessiert das indes nicht. Sie ignorieren die Probleme. Wohlwissend, dass die Weltgemeinschaft einen Waffengang nicht wagen wird.

Die Position der russischen Regierung wird vielmehr noch gestärkt. Die von gleichgeschalteten Medien manipulierte Bevölkerung sieht in der von Lügen getragenen Politik Putins ein Zeichen der Stärke gegenüber dem Westen. Sein Vorgehen ist sogar von Erfolg gekrönt. Erst hat der russische Präsident die Krim von der Ukraine abgespalten. Nun ist er seinem Ziel nahe, Teile der Ostukraine dem Riesenreich einzuverleiben. Und es könnte noch schlimmer kommen: Die Separatisten haben bereits angekündigt, ihren Einfluss ausweiten zu wollen.

Putin ist nur zu bremsen, wenn es dem Westen gelingt, sein Ansehen bei den Russen zu beschädigen. Dann wackelt seine Machtbasis. Allerdings ist kaum vorstellbar, dass sich Europa auf mehr als Sanktionen einigen kann. Doch die haben in der Geschichte noch nie einen Erfolg gehabt. Putin und sein Regime sollten vielmehr isoliert statt auf Gipfeltreffen hofiert werden. Ukraine, Irak, Syrien: Die Probleme in diesen Staaten sind zwar sehr vielschichtig. Eines ist den Konfliktregionen aber gemeinsam. Die Politik versagt, wenn sie abwartet und keine Härte zeigt. Eine traurige Erkenntnis im 21. Jahrhundert.

Quelle: op-online.de

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