Personalmangel in Kitas

Kommentar: Berge von Problemen

Der große Mangel an Erziehern in vielen Kitas in Hessen ist ein heiß umstrittenes Thema. Das wurde jetzt bei der Vorlage einer Studie erneut deutlich. Von Peter Schulte-Holtey

So wertet die Landtagsfraktion der Grünen die Einschätzung von Sozialminister Stefan Grüttner (CDU), der geringe Bedarf der Stadt Frankfurt an Erziehern sei ein Erfolg der Landesregierung, als „ausgesprochene Unverschämtheit“. „Weder in Frankfurt noch anderswo in Hessen unterstützt das Land finanziell den rasant steigenden Bedarf an Betreuung für Kinder im Alter bis zu zehn Jahren; vielmehr werden die Kommunen damit allein gelassen“, wetterten die Grünen und werden mit dieser Einschätzung vielerorts Unterstützung bekommen.

Dabei sollte berücksichtigt werden, dass die Lage sehr unübersichtlich ist. Beim Erziehermangel gibt es ein Stadt-Land-Gefälle. Die Lösung des generellen Problems wird durch diese unterschiedlichen Entwicklungen nicht einfacher. Kommunalvertreter werden aufgehorcht haben, als Grüttner erklärte: „Die nun vorliegenden regionalen Bedarfsberechnungen bieten die Möglichkeit, die bisherigen landesweiten Initiativen der Landesregierung regional mit gezielten Maßnahmen aufzugreifen.“ Die Verantwortlichen werden sich fragen, woher sie das Geld nehmen sollen und mit welchen konkreten Konzepten sie ihre Schwierigkeiten vor Ort überwinden können. Zur Zeit konkurrieren die Kommunen ja oftmals miteinander um die besten Kräfte.

In vielen Einrichtungen gibt es Problemberge. Der hohe Migrantenanteil in Hessen, der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige ab 2013 - aber auch Wohlstandsverwahrlosung bringen seit Jahren zusätzliche Herausforderungen mit sich. Erzieherinnen und Erzieher warten schon viel zu lange auf bessere Ressourcen, um sich den neuen Herausforderungen bei Betreuung und Bildung stellen zu können. Überzeugende Antworten und Hilfestellungen aus Wiesbaden fehlen bislang in vielen Bereichen.

Quelle: op-online.de

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