Kommentar: Was bleibt am Ende übrig von Siemens?

Der Siemens-Konzern will schlanker werden. Von der Diätkur werden mindestens 11.600 Arbeitsplätze betroffen sein, den einen oder anderen dürfte die milliardenschwere Straffung den Job kosten.

„Siemens - Vision 2020“ heißt Vorstandschef Joe Kaesers Umbau-Projekt, bei dem unter anderem eine Verwaltungsebene gestrichen wird. Bei einem solchen Bürokratieabbau wird es allerdings nicht bleiben, die vier Sektoren Energie, Industrie, Medizintechnik sowie Infrastruktur & Städte sollen hier und da ein anderes Gesicht bekommen.

Die Lage wird erschwert durch den unsinnigen Bieterkampf um den Kauf der verlustreichen Energiesparte des französischen Konkurrenten Alstom (warum wollen die Franzosen den wohl loswerden?) und die Bemühungen beim Abstoßen der profitablen Hausgerätesparte. Siemens ohne weiße Ware ist schon fast wie Siemens ohne Seele? Man mag es sich gar nicht vorstellen, zumal damit die Schrumpfkur nach IT-Dienstleistungen, Halbleitern und Telekommunikation sicher noch kein Ende gefunden haben dürfte.

Mit was soll künftig Geld verdient werden, zumal selbst die äußerst profitable Medizinsparte durchaus nicht unveräußerbar scheint? So etwas nennt man Ausverkauf. Den honoriert die Börse zur Freude der Aktionäre und füllt die Taschen des Managements. Einen Ausverkauf dieser Art hatten wir doch schon einmal. Der Konzern hieß AEG, der Totengräber Heinz Dürr. Auf dessen Spuren wandelt Joe Kaeser, war er doch einst Finanzvorstand bei Mobile Communication und die gibt es nicht mehr. Hoffentlich bleibt von Siemens etwas übrig.

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Quelle: op-online.de

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