Polizei besser ausrüsten

Kommentar: Freunde und Helfer

Welche Lehren ziehen wir aus den Anschlägen von Paris für die Einsatzfähigkeit von Hessens Polizei? Eine Frage, die schnell beantwortet werden sollte. Von Peter Schulte-Holtey

Von den bekanntlich ja nicht sehr üppig bezahlten Beamten wird erwartet, dass sie für unsere Sicherheit viel aufs Spiel setzen. Das gilt für jeden der im Streifenwagen Tag und Nacht seinen mitunter risikoreichen Dienst verrichtet. Aber es gilt auch für die Spezialeinsatzkommandos. Für die Einsatzkräfte kann es tatsächlich auch um Leben oder Tod gehen. Umso verwunderlicher ist es, wenn die Polizeigewerkschaften in Hessen jetzt Alarm schlagen und vehement eine bessere Ausrüstung verlangen müssen. So gibt es Bedenken an der tatsächlichen Schutzwirkung der Westen; sie helfen nicht gegen die Munition von Langwaffen und großen Revolvern.

Es wird immer offensichtlicher, dass es im Ausrüstungsbereich Versäumnisse gegeben hat. Dabei mahnen die Polizeigewerkschaften seit Monaten. Niemand will die Versäumnisse jetzt eingestehen. Die Angelegenheit fällt in das Ressort des Innenministers. Er handelt in dieser Frage derzeit überraschend zögerlich. Die Opposition im Landtag macht aber auch keinen überzeugenden Eindruck, spricht lediglich von „Überprüfungen der Schutzausrüstungen“. Sie wird es sich jetzt allerdings wohl kaum nehmen lassen, den Minister nach den Ursachen der unbefriedigenden Entwicklung zu fragen.

Es wird höchste Zeit, dass die Innenpolitiker in Wiesbaden klare Antworten geben und den Polizisten alsbald eine bessere Ausrüstung und modernere Waffen versprechen. Hessens Polizei braucht Freunde und Helfer.

Quelle: op-online.de

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