Pseudonyme im Netz

Kommentar: Mein Name ist Hase

Kennen sie Herbert Ernst Karl Frahm? Stefani Joanne Angelina Germanotta? Rosemarie Magdalena Albach-Retty? Nein? Doch, aber als Willy Brandt, Lady Gaga und Romy Schneider. Berühmte Menschen, die sich ein Pseudonym zugelegt haben oder hatten. Ihr gutes Recht. Von Ralf Enders

Dass ausgerechnet im Web 2.0-Zeitalter soziale Netzwerke wie Google+ ihren Nutzern die jahrhundertealte Kulturtechnik des frei gewählten Namens verbieten wollen, wird mal ein Treppenwitz der Internetgeschichte sein. Dahinter steckt freilich das unternehmerische Verlangen, möglichst authentische Profile für passgenaue Werbung in den Händen zu halten. Gut, dass die Nutzer dagegen protestieren.

Die Argumente für Pseudonyme im Netz sind erdrückend: Kranke oder Behinderte wollen sich anonym in Foren austauschen. Frauen wollen nicht pausenlos angebaggert werden. Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, wollen auch mal unerkannt bleiben. Viele wollen einfach ihre Meinung sagen, ohne dass Andersdenkende vor ihrer Wohnungstür stehen. Und, und, und.

Vor allem aber führen uns all die Nicknames und Pseudonyme stets vor Augen: Das wahre Leben spielt sich immer noch nicht im Internet ab, sondern in der Realität.

Quelle: op-online.de

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