Auf ins Wortgefecht!

Kommentar: Reformplan für Hessens Schulen

Von A wie Arzt bis Z wie Zukunft: Hunderte Wörter werden einige hessische Kinder bald besonders oft schreiben. Von Peter Schulte-Holtey

Vom nächsten Schuljahr an wird an mehreren Grundschulen testweise mit einem Basiswortschatz unterrichtet. Wer Hessens Schulpolitik kennt, ahnt: reibungslos geht so etwas nicht.
Bedenkenträger haben sich ja längst zu Wort gemeldet. „Einen verkappten Rückschritt“ zu Lehrplänen, die das Auswendiglernen fördern, sieht der Vorsitzende des Landeselternbeirates, Reiner Pilz. Und der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung Hessen, Stefan Wesselmann, sieht die eigentlichen Probleme beim Thema „Rechtschreibschwäche“ ganz woanders: in der mangelnden Zeit zum Üben. Tapfer versuchen Bildungsforscher dagegenzuhalten, wenn sie die Pläne des Kultusministeriums als wertvolle Hilfe bewerten, da die Schriftsprache immer mehr verkümmere.

In der Debatte sollte beachtet werden, dass es ein Testlauf ist – dass es Mitspracherechte gibt. Und in den teilnehmenden Schulen wird sich dann voraussichtlich schnell zeigen, dass bei allem Reformeifer vor allem die Realität in der Unterrichtssituation beachtet werden muss. Wer in den Schulen wieder mehr Zeit für das Rechtschreibenlernen verwenden möchte, der muss auch diskutieren, was man auf der anderen Seite im Unterrichtsprogramm kürzt. Ein Schultag ist halt nicht unendlich. Weitere heftige Wortgefechte um das sicherlich wünschenswerte neue Qualitätspaket sind also programmiert.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © p

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare