Keine große Auswahl

Kommentar: Regierungsbildung nach den Wahlen

Winfried Kretschmann und Reiner Haseloff haben es eilig: Schon an diesem Mittwoch beginnen zwei der drei Wahlsieger mit Vorgesprächen für die Regierungsbildung. Bevor der Glanz des Wahlabends zu verblassen droht, soll die wichtigste Frage – wer mit wem? – geklärt sein. Von Martin Krigar 

Vor allem der „grüne Superstar“ Kretschmann will verhindern, dass über die theoretisch mögliche „Koalition der Verlierer“ aus CDU und SPD (mit FDP-Anhängsel) auch nur im Ansatz ernsthaft diskutiert wird. Eine nachvollziehbare Strategie. Seit Sonntag wird allgemein über viele „schwierige Regierungsbildungen“ in den drei Wahlländern geredet. Das stimmt nur aus einem Grund: Alle Wunschkoalitionen, von denen im Wahlkampf die Rede war, sind ausgeschlossen. Gleichzeitig gilt aber auch: In keinem der drei Wahl-Länder gibt es eine große Auswahl an möglichen Regierungskonstellationen. Unsicherheitsfaktor Nummer eins ist die FDP in den beiden Westländern. Verweigert sie sich in Stuttgart und Mainz einer Zusammenarbeit mit SPD und Grünen, wird es zu zwei großen Koalitionen kommen – was im Ländle die erste deutsche grün-schwarze Landesregierung ergäbe. Das wäre das endgültige Ende der alten politischen Lager. Unter dem wertkonservativen Sympathieträger Kretschmann ist das Wagnis denkbar. So oder so: Die etablierten Parteien in den Landtagen werden in den nächsten Tagen schnell erkennen, wie nah sie sich – allem Wahlkampfgetöse zum Trotz – in Wirklichkeit sind. Die gemeinsame Abgrenzung zur AfD eint ungemein.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare