Freude und Ärger

Kommentar zur Rundfunkgebühr

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Eine gute Nachricht, die aber auch wieder mal zornig macht: Zum ersten Mal in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland geht die Gebühr nicht hoch, sondern runter. Von Peter Schulte-Holtey

Da der neue Haushaltsbeitrag von 2013 bis 2016 rund 1,146 Milliarden Euro mehr in die Kasse bringen soll als die alte Rundfunkgebühr, empfiehl die zuständige Prüfkommission, den Monatsbetrag ab 2015 um 73 Cent auf 17,25 Euro zu senken. Interessant ist dabei vor allem, dass die angeblich aufkommensneutrale Umstellung von der früheren Gerätegebühr auf den neuen Haushaltsbeitrag wohl eben doch deutlich mehr abwirft.

Diese Zwangsgebühr bleibt viel zu hoch und zutiefst fragwürdig, sie lässt TV-Nutzern ja keine Wahl. Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem zwingt so gut wie jeden Deutschen, für etwas zu zahlen, das viele (die längst ausschließlich ins Internet abgewandert sind) gar nicht wollen. Die Sender nehmen Milliarden ein, und sie geben sie teils hemmungslos aus. Man muss sich einfach einmal vor Augen halten, was alles mit diesen Gebühren finanziert wird. Der extrem teure Kauf von Fußballübertragungsrechten und die Finanzierung zweifelhafter Spartensender sind nur die Spitze des Eisbergs.

Was noch schlimmer ist: Es besteht kaum Hoffnung auf Besserung. Denn hinter den über 20 TV- und mehr als 60 Radioprogrammen steht ein sehr großer Verwaltungsapparat, der um seine Pfründe kämpft. Gestützt werden sie von Politikern, die es sich in den Verwaltungsräten gemütlich gemacht haben - und nur ab und zu mahnend den Zeigefinger haben.

Quelle: op-online.de

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