Kommentar: Gescheiterte Pläne ein Warnschuss

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Peter Schulte-Holtey

Das Facebook-Projekt der Schufa ist nach der massiven Kritik von Politikern und Datenschützern abgesagt worden. Überraschend kommt dies nicht.

Offensichtlich haben die Verantwortlichen doch noch gemerkt, dass sich die Auskunftei selbst schadet, wenn sie sich bei der Beurteilung auf Facebook-Daten stützt. Denn die Nutzer können ihre Angaben jederzeit nach Belieben ändern. Viele geben bewusst unrichtige Daten an. Die Schufa kann es sich ja auf Dauer gar nicht leisten, ihren Kunden falsche Angaben zu übermitteln - es gibt noch andere Kreditauskunftteien.

Nach der großen Aufregung über die Pläne, sogenannte Soziale Netzwerke als Datenquelle nutzbar zu machen, sollte aber nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Denn es war ein Warnschuss. Die Diskussion zeigt nämlich, dass nicht alles, was möglich wäre, auch voran getrieben werden darf; der Verbraucherschutz bei Persönlichkeitsrechten und die Aufklärung der Millionen Kunden der Anbieter sollte viel intensiver betrieben werden. Die Nutzer müssen lernen, sich nicht selbst zum gläsernen Bürger zu machen, indem sie alles über sich preisgeben. Nicht nur Facebook ist betroffen. Die Liste ist viel länger: Es geht um berufliche Netzwerke wie Xing oder LinkedIn, den Kurznachrichtendienst Twitter, Personensuchmaschinen wie Yasni, Geodatendienste wie Google Street View und selbst Mitarbeiterverzeichnisse von Unternehmen.

Quelle: op-online.de

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