Weiter Querelen in der FDP

Kommentar: Showdown für Westerwelle

Das war zu erwarten. Auch nach der ausgekungelten Personalrochade an der Spitze der Freidemokraten, die ja ein Befreiungsschlag sein sollte, ist kein Ende des Führungsstreits in Sicht. Die FDP zerlegt sich munter weiter, selbst wenn manche Liberale das nicht sehen wollen. Von Siegfried J. Michel

Da meint etwa Cornelia Pieper, immerhin Parteivize: „Der Neuanfang der FDP ist gelungen.“

In Wirklichkeit jedoch werden die scheinbar vom designierten Vorsitzenden Rösler zugeschütteten Gräben erst beim FDP-Parteitag am Wochenende ihre wahre Dimension und Tiefe zeigen. Die Vorzeichen sind schon jetzt nicht zu übersehen. Der Kongress in Rostock dürfte wohl zum Showdown für Guido Westerwelle und Birgit Homburger werden. Unüberhörbar ist das zornige Gemurre in der Partei über deren ausgehandelten Verbleib in Spitzenämtern. Der eine will und soll Außenminister bleiben, die andere soll Vize-Parteichefin werden. Insbesondere diesen beiden aber gibt die Basis die Hauptschuld für den dramatischen Niedergang der Partei in der Wählergunst.

So plädiert etwa Ex-Innenminister Gerhart Baum für einen Rückzug Westerwelles vom Amt des Außenministers, da der Vertrauensschwund auch mit dieser Rolle des scheidenden FDP-Chefs zusammenhänge. Und der neue Vize-Fraktionschef Christian Lindner fordert eine Abstimmung in Rostock über den Verbleib Westerwelles im Außenamt. Wie ein solches Votum wohl ausgehen könnte ...?

Auf den Punkt bringt es der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner: Die neue FDP-Spitze werde das Vertrauen der Wähler nicht zurückgewinnen solange Westerwelle Außenminister ist. Und der Mann, dessen Leute den Finger am Puls des Volkes haben, sagt noch etwas von tiefer Bedeutung: Dass sich mit Rösler und Bahr die FDP-Führung verjünge, sei unwichtig. Jugendlichkeit helfe nicht, wenn man keine anderen Fähigkeiten habe. Das muss richtig wehtun!

Gut möglich also, dass es der Partei so in Kürze gelingt, ihre Umfrageergebnisse nochmals zu halbieren - von vier auf zwei Prozent. Wundern würde es einen nicht.

Quelle: op-online.de

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