Nie mehr Sitzenbleiben?

Kommentar: Auf dem richtigen Weg

Zwei Prozent aller Schüler in Deutschland wiederholen eine Klasse. Nur in Hamburg muss sich kein Kind mehr vor schlechten Noten fürchten - dort ist Sitzenbleiben abgeschafft. Auch in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen werden neue Wege gesucht.

Auch in Hessen versucht man, durch konkrete individuelle Förderung die Quote der Wiederholer massiv zu senken.

Tatsächlich gibt es viele gute Gründe dafür, auf sogenannte „Ehrenrunden“ zu verzichten und schwache Schüler stattdessen ernsthaft unter die Arme zu greifen. So hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung schon vor Jahren gezeigt, dass Sitzenbleiben den Steuerzahler jedes Jahr fast eine Milliarde Euro kostet - ohne pädagogische Erfolge. Sitzenbleiber erzielten demnach allenfalls in dem Jahr, das sie wiederholten, bessere Leistungen, fielen danach aber wieder ab. Wenn jetzt erneut über ein Zurückdrängen der immer noch zu hohen Zahlen von Sitzenbleibern diskutiert wird, bringt Panikmache gar nichts. Wer das Sitzenbleiben durch gezielte Unterstützungsprogramme ersetzen will, ist auf dem richtigen Weg. Das würde schwachen Schülern die Schmach und den Verlust kostbarer Lebenszeit ersparen.

Quelle: op-online.de

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