SPD und die K-Frage

Kommentar: Kampf um die Macht

Da ist sie wieder - die Frage, die keiner gestellt hat, und die - angeblich - niemand beantworten will: die K-Frage. Einmal mehr wagen sich die Gefolgsleute der selbsternannten SPD-Kandidaten aus der Deckung und machen sich für ihren Favoriten stark. Von Marc Kuhn

Sigmar Gabriel, Peer Steinbrück oder Frank-Walter Steinmeier? Die Sozialdemokraten haben gleich mehrere Köpfe, die Kanzlerin Angela Merkel im Herbst 2013 herausfordern möchten. Keiner ist der Amtsinhaberin indes gewachsen. Ihre Chancen im direkten Vergleich sind recht mies. Deshalb sollte die Devise lauten: Klasse statt Masse.

Gabriel schafft es einfach nicht, sich beim Wahlvolk als Sympathieträger zu positionieren. Steinbrücks Versuch, sich mit Hilfe von Altkanzler Helmut Schmidt in Stellung zu bringen, floppte. Und Steinmeier wird nach seiner Niederlage 2009 das Image des Wahlverlierers nicht los. Dennoch: Die machtbewussten Alphatiere der SPD suchen die Entscheidung. Die Situation erinnert mächtig an das Trio Gerhard Schröder, Oskar Lafontaine und Rudolf Scharping: Nach außen Treueschwüre, doch hinter den Kulissen werden die Messer gewetzt. Bei den Sozialdemokraten tobt wieder einmal ein Machtkampf,

Daran dürfte auch Generalsekretärin Andrea Nahles nichts ändern. Ihr gestriger Versuch, die Entscheidung ins Frühjahr zu vertagen, wird wohl scheitern. Zu Recht. Schließlich möchte der Wähler wissen, in welche Richtung die SPD marschiert - zumindest personell. Inhaltlich hat die Partei bisher ohnehin wenig zu bieten.

Klar ist allerdings, dass das Gerangel um die Kanzlerkandidatur den Sozialdemokraten auf jeden Fall schaden wird. Diejenigen, die auf der Strecke bleiben, werden ja Blessuren davontragen. Auf der politischen Bühne macht sich das gar nicht gut. Über solche Imageschäden beim Spitzenpersonal des politischen Gegners wird sich vor allem eine freuen: die Kanzlerin.

Merkel könnte indes noch eine Überraschung erleben. Wird den Genossen die Nabelschau der drei zu viel, dürfte die Stunde von Hannelore Kraft schlagen. Weiblich, sympathisch, politisch erfolgreich - die Ministerpräsidentin aus NRW ist eine Alternative zu den alteingesessenen Strippenziehern Gabriel, Steinbrück und Steinmeier. Betritt Kraft das Berliner Parkett, muss sich Merkel warm anziehen.

Quelle: op-online.de

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