SPD-Mitgliederentscheid

Kommentar: Witzfiguren auch dabei

Ja, wenn das so einfach ist, als erfundene Figur in die SPD einzutreten? Dann könnten wohl noch einige andere auf die Idee Till Warnings gekommen sein: Man nehme sich einen Falschnamen, melde sich als neuer Genosse an und mache aus der Mitgliederbefragung zum Koalitionsvertrag einen Witz. Von Tibor Pézsa

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Zugegeben: Es ist ein ziemlich schlechter Witz. Er erinnert an die Ehrung eines Nordhessen vor einigen Jahren. Der Mann soll, wie Zeugen glaubhaft berichteten, in seinem Städtchen zeitnah zweimal für 25-jährige Parteimitgliedschaft geehrt worden sein. Von der SPD und von der CDU. Weil es in der Zeitung stand, fiel die Sache auf.

Der Göttinger Fall ist aber mehr als nur blöd. Er wirft Fragen auf: Nahm und nimmt die SPD eigentlich jeden auf, auch wenn es ihn nur im Internet als vorgetäuschte Person gibt? Was ist dann von den angeblich 4500 Neuzugängen zu halten? Wenn dort jede Pseudoperson unüberprüft Mitglied werden kann - beschädigt das nicht die Legitimität der Mitgliederbefragung? Die SPD wird ihre Beitrittsregeln nicht ändern. Geht das Spielchen also weiter? Wie schützen sich andere Parteien?

Impressionen vom SPD-Parteitag in Leipzig

Impressionen vom SPD-Parteitag in Leipzig

Eines hat Student Warning jedenfalls geschafft: Er hat gezeigt, dass es einen Unterschied macht, ob SPD-Mitglieder über etwas abstimmen oder Wahlberechtigte bei einer Bundestagswahl. Bei der SPD können auch erfundene Witzfiguren mitstimmen. Peinlich.

Quelle: op-online.de

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