Weder „bäm“ noch „omg“

Kommentar: Sprache und Internet

Schon wahr: Eine 15-Jährige, die jeden Satz mit der sprachlich hilflosen Floskel „Und ich so: ...“ einleitet, hat Defizite in ihrer Ausdrucksfähigkeit. Und WhatsApp-Dialoge voller alberner Abkürzungen versprühen wenig Geist. Von Ralf Enders

Der Untergang des sprachgewandten und rechtschreibenden Abendlandes sind diese Phänomene jedoch nicht. Ebenso wenig wie Comics, Kino oder das böse Fernsehen die jeweilige Jugend massenhaft zu Simpeln gemacht haben, verhunzt das Internet seine jungen Nutzer. Die können in der großen Mehrheit nämlich sehr gut unterscheiden zwischen schneller Kommunikation und einem ausgearbeiteten Text.

Ansonsten gilt der wundervolle Satz, dass das Internet die Dummen dümmer und die Klugen klüger macht. Und mit der richtigen Mischung aus Interesse, Nachsicht und Weisheit können Eltern ihren Nachwuchs sanft in Richtung Klugheit anschieben. Den Rest regelt das Leben. Heißt: Dass sie viel, sehr viel Zeit ihres Lebens damit verbracht haben, belanglose Nachrichten mit dem Informationswert Null und dem Spaßfaktor Negativ zu versenden, wird den Kindern und Jugendlichen erst später aufgehen. Aber auch das ist ein guter Lernprozess.

Quelle: op-online.de

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