Start der Kita-Garantie

Kommentar: Neues Druckmittel

Erfolgreiche Aufholjagd“, „tolle Kraftanstrengung“ - die Politik überschlägt sich zum Inkrafttreten des Rechtsanspruchs am 1. August bei den Erfolgsmeldungen zum Ausbau der Betreuung für die ein- und zweijährigen Kinder. Von Peter Schulte-Holtey

Ob Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, die zuständigen Landesminister oder die in den Kommunen Verantwortlichen: Nahezu alle verbindet, dass man so kurz vor der Wahl gute Zahlen präsentieren will. Und wenn es dann doch Wartelisten gibt, heißt es ganz schnell: Schuld sind die anderen - die in Berlin, in Wiesbaden oder in den Rathäusern.

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Vielen Eltern geht dieses Geplänkel auf die Nerven. Sie wollen konkrete Hilfe und nicht politisches Getöse. Fünf Jahre hatten Bund, Länder und Kommunen Zeit, ihr Versprechen einzulösen. Sie haben sich angestrengt, aber es gibt immer noch erstaunliche Lücken. Es drohen weiterhin Abstriche wie weite Anfahrtswege oder einfach der Umstand, dass man nicht frei zwischen einem Kita-Platz oder einer Betreuung in der Tagespflege wählen kann.

Das neue Gesetz wird Eltern nun helfen, noch mehr Druck auf ihre Kommune auszuüben. Dabei werden Väter und Mütter eine Entwicklung mit Argusaugen beobachten; denn es ist ein offenes Geheimnis, dass unter dem Ausbau der U-3-Plätze die Qualität der Betreuung vielerorts leiden wird.

Quelle: op-online.de

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