Steinbrücks Honorare

Kommentar: Mit links kassiert

Es wird immer deutlicher: Für die eigene Partei ist der Mann eine riesige Herausforderung. In nur drei Jahren verdiente Peer Steinbrück mit Vorträgen 1,25 Millionen Euro. Von Peter Schulte-Holtey

Viele Anhänger der Sozialdemokraten werden sich nun fragen, ob ihr Kanzlerkandidat, der mit links Unsummen kassierte, überhaupt eine Vorstellung von ihren Problemen hat. Manche in der SPD werden sich auch in ihren ersten Zweifeln bestätigt fühlen, die sie bei der Bekanntgabe der Kandidatur hatten: Ist es wohl richtig, dass „der Peer“ als Wiedergänger der Agenda-Epoche von seinen lukrativen Vortrags- und Lesereisen in die Gegenwart der Genossen zurückkehrt?

Den Fragen muss er sich stellen. Dabei soll es gar nicht um eine Neiddebatte gehen. Es wäre nur schön, wenn er erklären könnte, wie sein Verhalten zur Meinung vieler in der SPD passt, die hohe Managergehälter für unanständig halten.

Die Sozialdemokraten haben es schwer mit diesem Kandidaten, der zuletzt lieber auf Bankentagungen und Wirtschaftskonferenzen auftrat, als bei einer SPD-Bezirkskonferenz. Das könnte sich noch rächen. Er muss auf seine Genossen zugehen - auch in der heiklen Frage, wie es die SPD mit ihren Rentenbeschlüssen hält. Mit seiner Forderung nach „Beinfreiheit“ wird er sich seine eigene Partei auf Dauer nicht vom Leibe halten können.

Quelle: op-online.de

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