Eltern im Stress

Kommentar: Freizeit als Pflichttermin

Gestresste Eltern tragen nicht zum Wohlbefinden von Kindern bei, hat eine AOK-Studie herausgefunden. Das überrascht wenig. Von Monika Reuter

Allerdings hatte eine andere Krankenkassen-Studie erst letzten Monat ergeben, dass in der „Rushhour des Lebens“, also zwischen Mitte 20 und Anfang 40, ein Fünftel der Frauen und etwas weniger Männer unter chronischem Stress leiden – unabhängig davon, ob sie Kinder haben oder nicht. Da in dieser Phase mehrere Lebensprojekte – Berufseinstieg/Karriere, Hausbau, Familiengründung – auf den Weg gebracht werden, sind Zeitmangel und zeitweilige Überforderung wohl als normal anzusehen. Dennoch sollte man rechtzeitig Gegenstrategien entwickeln. Auch, um für mögliche „Betriebsunfälle des Lebens“ wie Scheidung oder Jobverlust gewappnet zu sein.

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Natürlich schaffen flexible Arbeitszeiten, Heimarbeit, Kita und ein hilfsbereiter Freundeskreis Erleichterung. Ebenso wichtig ist ein striktes Zeitmanagement. Dazu gehört freilich viel Disziplin und guter Wille. Mit dem Bier in der Hand ein Fußballspiel im Fernsehen zu verfolgen, ist allemal bequemer als selbst mit dem Kind Fußball zu spielen oder zu radeln. Auch wenn man weiß, dass das beiden gut tut. Vor allem in Phasen verschärften Zeitmangels sollten Freizeitstunden für das Kind, den Partner und auch für sich selbst wie Termine fest im Kalender eingetragen sein. Sonst wird daraus nämlich nichts, und der Stress verstärkt seinen Würgegriff.

Quelle: op-online.de

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