Studie stützt Euro-Befürworter

Kommentar: Zurück auf Los ist zu teuer

Der Trend spricht gegen den Euro. Die Krise schürt die Skepsis. Sie offenbart daneben den schlampigen Umgang mit ursprünglichen Festlegungen zur gemeinsamen Währung.

Es ist sogar noch schlimmer: Die Teilnehmer haben nämlich Recht gebrochen, indem sie unter einem Dach zusammenfügten, was nicht zusammen gehörte. Kein Wunder also, dass das Vertrauen in den Euro erschüttert ist. Dabei ist die Währung besser als ihr Ruf, den verantwortungslose Politiker auf dem Gewissen haben. Doch diese Erkenntnis ist durch noch so viele Studien nicht so recht an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Kritik am Euro hat schließlich Tradition seit dessen Einführung 2002.

Auf diesem Fundament der Skepsis hat sich jetzt sogar eine Partei gegründet, die als „Alternative für Deutschland“ suggeriert, mit ihrer Wahl den Euro-Austritt wählen zu können. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die die Politik ja regelmäßig mit ihren Expertisen begleitet, zählt jetzt noch einmal die Risiken eines solchen Schrittes auf und versucht Vor- und Nachteile möglichst exakt zu beziffern. Danach sollte man der alternativen Partei lieber keinen Erfolg wünschen, denn die von ihr propagierte Rückkehr zur D-Mark dürfte extrem teuer werden. Unterm Strich steht: Die Deutschen würden Einkommen und Arbeitsplätze verlieren. Das kann niemand wollen, auch die Vertreter der neuen Partei nicht, die ihrer Spitze ja wirtschaftspolitischem Sachverstand ausweist. Die Partei hebt die gute, alte D-Mark völlig unberechtigt auf den Schild, war sie doch heftigeren Währungsschwankungen ausgesetzt als der Euro und sorgte sie für eine höhere Inflation. Der „Butter-Euro“ ist also ebenso eine Mär wie der „Teuro“.

Die makro-ökonomischen Vorteile des Euro aufgrund der Abschaffung von Wechselkursrisiken sind unbestritten - für den Euro-Raum und Deutschland. Die Nachteile für den Standort „D“ bei einer Rückkehr zur D-Mark sind ebenfalls unstreitig. Massive Aufwertung mit entsprechend schrumpfenden Forderungen ans Ausland, eine Verteuerung deutscher Waren mit sinkenden Exporten und abschmelzender Wirtschaftsleistung sowie drohende Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland. Dagegen stehen die Kosten der Euro-Rettung, die aber nach der Bertelsmann-Studie von den Vorteilen aus der Währungsunion überwogen werden.

Der Euro hat über seine Geburtsfehler Unheil über Europa gebracht. Es sieht aber ganz so aus, als würde seine Abschaffung zur Katastrophe. Zurück auf Los ist zu teuer.

Quelle: op-online.de

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