Tarifabschluss

Kommentar: Mehr als nur nackte Zahlen

Selten wohl war Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich so spontan und so glaubwürdig wie in dem Moment, als er den Tarifabschuss für den öffentlichen Dienst als „Grenze des Machbaren“ besonders für die Kommunen bezeichnete.

Und hier – im öffentlichen Leben von Städten und Gemeinden – könnten sich die Folgen der durchaus stattlichen Tariferhöhungen durch neue Einsparungen auch schmerzlich widerspiegeln.

Und dennoch: Billiger war die Einigung in diesem Fall wohl nicht zu haben. Früher und entschlossener als je zuvor setzte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf breit angelegte Warnstreiks und damit einen Kurs der Härte. Dies in der sicheren Gewissheit, wie es in Köpfen und Herzen der Basis aussah: In einer Zeit, da der Bund ganz offen über eine gute Kassenlage spricht und auf einer anderen Ebene für die (hoffentliche) Rettung des Euro wie selbstverständlich dreistellige Milliardenbeträge aufgewandt werden, sollte für Krankenschwestern, Müllwerker und Co. auch ein spürbares Plus drin sein.

In diesem Umfeld wirkten die Begehrlichkeiten der zwei Millionen Beschäftigten auch für die breite Öffentlichkeit nachvollziehbarer als bei Tarifkonflikten der Vergangenheit. Das spürte auch Verdi-Chef Frank Bsirske. Und kann jetzt über nackte Zahlen hinaus auch darauf verweisen, dass die Zeiten der Gewerkschaften doch noch nicht vorbei sind.

Quelle: op-online.de

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