Verantwortung übernehmen

Kommentar zum Thema ärztliche Behandlungsfehler 

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Peter Schulte-Holtey

Die Nase ist nach der Operation schief, die neue Hüfte zwickt, OP-Besteck wurde im Bauchraum vergessen: Die Zahl der Patientenklagen über Ärztepfusch steigt. Von Peter Schulte-Holtey

Besonders ärgerlich sind Fehlgriffe, die noch lange Zeit schwere Folgen für die Betroffenen haben, aber leicht vermeidbar wären. Allein 2015 waren es wieder tausende. Im Vergleich zu den knapp 19 Millionen Klinikbehandlungen und den millionenfachen ambulanten Eingriffen, die jedes Jahr in Deutschland durchgeführt werden, erscheint die Zahl der gemeldeten Ärztefehler zwar klein. Doch die Dunkelziffer darf nicht ausgeblendet werden. Der weitaus überwiegende Teil der Fehler, die passieren, wird nirgendwo registriert.

Es sind die Einzelschicksale, die die Verantwortlichen in den Kliniken und Praxen aufrütteln sollten. Sie werden die Anforderungen an eine verstärkte Sicherheitskultur hinterfragen müssen. Dazu gehört es auch, ausführlicher mit Patienten Fragen zu klären oder über Ursachen von Komplikationen während oder nach einer Behandlung zu reden. Dass Ärzte Fehler machen, ist menschlich. Aber dass sie sich oftmals immer noch nicht ihrer Verantwortung stellen, wenn sie Patienten falsch behandelt haben, ist sehr ärgerlich.Wie wichtig ein Umdenken ist, unterstreichen die unübersehbaren Kratzer am Image unseres Gesundheitssystems. So ergab eine Umfrage, dass inzwischen 39 Prozent der Bundesbürger Angst hätten, wenn sie demnächst ins Krankenhaus müssten.

Medizin kurios: Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

Quelle: op-online.de

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