Cyber-Mobbing

Kommentar: Über Folgen aufklären

Die Opfer von Cyber-Mobbing-Attacken unter Kindern und Jugendlichen leiden brutal. Viele sind verzweifelt ob der anonymen Angriffe per Internet, fühlen sich dem hilflos ausgeliefert, was letztendlich auch Folgen für den Körper hat. Von Siegfried J. Michel

Fast 20 Prozent der Betroffenen klagen über Schlafstörungen, je sechs Prozent über Kopf- und Bauchschmerzen. All das wirkt sich natürlich auch wieder auf die schulischen Leistungen und das soziale Umfeld aus. Mobbing - unter Kinder und Jugendlichen, ebenso wie in der Welt der Erwachsenen - ist kein Kavaliersdelikt.

Natürlich hat es auch vor den Zeiten des Internet solche Handlungen gegeben, deren Ziel es ist, das oder die Opfer zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen. Allerdings ermöglicht es heute das Internet, dass derartige Verächtlichmachungen ganz rasch verbreitet werden können, dass die Zahl derer, die solches etwa in sozialen Netzwerken lesen, um ein Vielfaches größer ist und dass es den Tätern zudem möglich ist, dies unter nahezu völliger Anonymität zu tun. Gerade letzteres senkt die Hemmschwelle.

Was also kann man machen? Natürlich wird es nicht gelingen, das Problem ganz und gar in den Griff zu bekommen. Aber es könnte wohl vermieden werden, dass die Zahl der Mobbing-Opfer so hoch ist. Inzwischen nämlich sagt schon jeder dritte Jugendliche, dass er schon einmal per Internet gemobbt wurde. An erster Stelle sind die Eltern gefragt. Viel zu wenige kümmern sich darum oder interessiert es, was der Nachwuchs im Internet treibt. Ein wenig mehr an Aufsicht und Kontrolle wäre hier nicht nur in Sachen Cyber-Mobbing angebracht. Noch wichtiger aber ist, dass Eltern und Lehrer das Thema in der Erziehung und im Unterricht verstärkt aufgreifen. Es gilt aufzuklären darüber, welche dramatischen Folgen Mobbing für die Opfer hat, welche seelischen Wunden hier entstehen und dass es absolut kein Lösungsweg ist, ein Problem oder einen Konflikt auf diese Art und Weise anzugehen.

Dies nämlich wird so manchem der jungen Täter gar nicht vollends bewusst sein. Das konkrete Wissen um die fatale Wirkung des eigenen Tuns könnte einige Kinder und Jugendliche sicherlich davon abhalten, per Internet andere an den virtuellen Pranger zu stellen. Zumal sie ja auch selbst Zielscheibe einer derartigen Attacke - mit all seinen Verletzungen an Seele und Körper - werden könnten.

Quelle: op-online.de

Kommentare