Ultimatum an die Griechen

Kommentar: Auch gekaufte Zeit läuft ab

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Tibor Pézsa

Im Aussitzen von Fremdherrschaften sind die Griechen geübt. Dass sie in ihrer Geschichte so viele davon ertragen mussten, dürfte der Grund dafür sein, dass der griechische Staat seinen Bürgern eher als gemeines Wesen gilt, denn als Gemeinwesen.

Warum sollte eine Regierung anders denken und handeln als ihr Volk? Die Tatsache, dass Griechenland auch Jahre nach den ersten Betteltouren durch die Hauptstädte Europas immer noch kaum eine Bedingung der Geldgeber erfüllt, spricht Bände.

Das Geld der vermeintlichen Retter rettet ja auch nicht die Griechen. Es rettet ihre Gläubiger, Hedgefonds, Banken, Versicherer, kurz: die neuen Herrscher. Und nicht zuletzt: die Retter selbst. Denn die könnten auch ihre eigene Schuldenkrise nicht mit immer noch mehr Schulden lindern, wenn die Europäische Zentralbank nicht eine Milliarde nach der anderen drucken würde.

Tatsächlich werden die Griechen ihre heutigen Schulden nie bezahlen können. Zyprern und Portugiesen droht dasselbe Schicksal. Nur bitte: Bis zur Bundestagswahl darf das niemand sagen. Sang- und klanglos verlängert die EU ihren Problemländern mal eben die seit 20 Jahren vereinbarten Schuldengrenzen.

Ratenzahlung für Athen - warum nicht? Aber auch gekaufte Zeit läuft ab. Vielleicht sogar schon vor dem Wahltag in Deutschland.

Quelle: op-online.de

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