Unterhaltspflicht für Eltern

Kommentar: Es betrifft immer mehr

Eltern sind für ihre Kinder da, Kinder später für ihre Eltern. Das hat jetzt auch eine 64-Jährige in einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm deutlich zu spüren bekommen. Von Peter Schulte-Holtey

Das Gericht hat entschieden, dass eine erwachsene Tochter, die ihre fehlende Leistungsfähigkeit beim Unterhalt nicht nachweisen kann, sich an den Heimkosten der Mutter zu beteiligen hat. Entscheidend ist dabei das Familieneinkommen - und da kommen dann auch Schwiegertochter oder Schwiegersohn ins Spiel.

Das Urteil klingt wie ein Appell: Ambulante oder stationäre Pflege kostet viel Geld; damit sollten sich Familienangehörigen befassen. Denn je älter und pflegebedürftiger die Eltern werden, umso mehr ist mit möglichen Ansprüchen des Sozialamts zu rechnen. Wenn nämlich das Vermögen der Eltern nicht ausreicht, um die zum Teil sehr hohen Pflegekosten zu bezahlen, dann kommt es immer häufiger vor, dass die Kinder und deren Familien zur Kasse gebeten werden.

Bevor das Sozialamt Zahlungen durchsetzen kann, muss es allerdings einige Hürden nehmen, denn der sogenannte Selbstbehalt der Kinder ist relativ hoch. Die Familie ist zuerst an der Reihe, wenn Einkommen und Vermögen beider Elternteile nicht ausreichen. Nach Angaben von Anwälten kommt es bei den Forderungen von Vater Staat aber relativ oft zu Fehlern, die für den Laien nur schwer zu erkennen sind. In den Zeiten knapper Kassen sind die Ämter offenbar nicht immer die fairen Makler. Darum sollten sich Betroffene über das Thema Elternunterhalt genauer informieren.

Es lohnt sich mehr denn je.

Quelle: op-online.de

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