Kommentar: Begehrlichkeit geweckt

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Thomas Grewe

Für den Fußballfan ändert sich vordergründig nichts, für alle anderen, die bisher am und mit dem Bundesliga-Fußball Geld verdienen, sehr viel, weil sehr viel Geld für die Ware Fußball investiert wird. 2,5 Milliarden Euro für vier Spielzeiten ab 2013. Von Thomas Grewe 

Fast die gesamte Summe zahlt der Pay-TV-Sender Sky, der sich damit nur die nationalen Senderechte sichert. Hinter Sky steht der weltweit in diesem Geschäft tätige Medienmogul Rupert Murdoch mit seiner News Corp.

Gegenüber dem letzten Kontrakt steigert die Liga jetzt ihre Einnahmen um satte 52 Prozent. Das ist zum einen Treibstoff für die Spielergehälter und alle nachgelagerten Personalkosten. Wenn Fußball wertvoll ist, wird jeder irgendwo seinen Teil dafür bezahlen.

Der Geldregen wird und muss bei denen, die ihn ausschütten, Begehrlichkeiten wecken. Pay-TV ist schon dem Namen nach keine Gratis-Unterhaltung sondern Geschäft. Es ist nicht erkennbar, wie dieses Geschäft mit den aktuellen Abonnentenzahlen und deren Gebühren funktionieren soll. Daher werden weitere, neue Angebote rund um die Bundesliga kommen müssen, mit denen Begehrlichkeiten der Fans geweckt und für die mehr Geld als bisher locker gemacht wird.

Fußball-TV von „Bild“ vor der Sportschau im Ersten ist möglicherweise nur ein Einstieg. In England, wo die TV-Einnahmen noch um ein Vielfaches höher sind, als sie hier demnächst sein werden, und wo ebenfalls ein Sender aus dem Murdoch-Imperium das Sagen hat, diktiert die Vermarktung den Spielplan. „Englische Wochen“ heutiger Prägung werden zugunsten von mehr exklusiven Spielen weiter ausfransen, denn das Prinzip der Gleichzeitigkeit begrenzt das Geldverdienen beim Übertragen dieser Fußballspiele.

Dass mehr Geld auch qualitativ mehr bringt, muss die Liga noch beweisen. Aber Hoffnung ist für Fußballfans etwas, das nie stirbt.

Quelle: op-online.de

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