Kein Grund zum Jubeln

Kommentar zu den Verkehrsprognosen

Die schlechte Nachricht: Es soll noch voller als heute werden - am Himmel, auf Straßen, Schienen und Wasserwegen. Der Güter - und Personenverkehr wird einer neuen Prognose des Bundes zufolge in den nächsten anderthalb Jahrzehnten um teilweise Dutzende Prozentpunkte anwachsen. Von Angelika Dürbaum

Die gute Nachricht: Vor Jahren gab es bereits eine ähnliche Studie, die noch mit viel drastischeren Zahlen für alle Bereiche aufwartete. Der Verkehr wird nun also langsamer wachsen als damals vorhergesagt. Hauptgrund dafür ist die Wirtschafts- und Finanzkrise, die ab 2008 ihren Lauf nahm.

Ein Grund zum Jubeln ist das aber noch lange nicht. Vor allem weil es ad hoc nichts am maroden Zustand von Straßen und Brücken ändert oder die Belastung durch Fluglärm senkt. Und: Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), der gerade am neuen Verkehrswegeplan und an Maut-Konzepten bastelt, hat bereits deutlich gemacht, dass seine Haushaltsmittel nicht reichen werden, alle nötigen und wünschenswerten Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur zu finanzieren. Die Große Koalition wirft sich in die Bresche und will bis 2018 zusätzlich insgesamt fünf Milliarden Euro locker machen. Ein Tropfen auf den heißen Stein, denn Experten fordern mindestens sieben Milliarden - jährlich.

Quelle: op-online.de

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