Kommentar: Gaucks Europa-Vision

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Detlef Drewes

Joachim Gauck hält keine Reden, er hat ein Anliegen. Deutlicher als seine unmittelbaren Vorgänger macht der neue Bundespräsident klar, dass es hinter dem aktuellen politischen Ringen einen Plan geben muss – oder geben sollte. Von Detlef Drewes

Freiheit als zentrales Thema Europas steht nicht auf der Tagesordnung. Aber ohne ein Bild von der Freiheit, für die Europa stehen sollte, ist keine Tagesordnung möglich. Indem Joachim Gauck diese Wahrheiten in Erinnerung ruft, gibt er dieser EU etwas von der Seele zurück, die ihr in den letzten Krisenjahren verloren gegangen ist: Den Glauben daran, dass das Projekt Europa eine historische Kostbarkeit ist.

Das mag wie eine emotionale Kur für die von nationalen Egoismen und Streit ums Geld geschundene Seele der Union wirken. Tatsächlich hat die Gemeinschaft mehr denn je so etwas wie eine Besinnung auf ihre Gründungsidee nötig. Gaucks eindrucksvolle Formulierung „Als Europa sind wir stark, als Nationalstaaten nicht mehr stark genug“ gehört in jedes politische Lehrbuch. Und in die Köpfe aller, die in und über Europa entscheiden.

Quelle: op-online.de

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