Wahl in NRW

Kommentar: Politische Ränkespiele

Frauenpower: Annegret Kramp-Karrenbauer und Hannelore Kraft sind offenbar auf dem richtigen Weg. Die Saarländische CDU-Chefin hatte das ungeliebte Jamaika-Bündnis platzen lassen und konnte diese Woche mit einer großen Koalition durchstarten.

Und Rot-Grün in NRW scheint aus den Wahlen am Sonntag gestärkt hervorzugehen - die Ministerpräsidentin von der SPD wäre die lästige Tolerierung durch die Linken endlich los.

Die politische Ränkespiele sind einmal mehr aufgegangen. Ob dies eine gute Entwicklung für das bevölkerungsreichste Land der Republik ist, darf allerdings getrost bezweifelt werden. Schließlich treibt Kraft mit ihrer angeblich vorbeugenden Sozialpolitik das Bundesland immer weiter in den Schuldensumpf.

Derweil hat Norbert Röttgen komplett falsch gepokert. Der CDU-Spitzenkandidat sah im Vergleich mit Kraft stets blass aus. Schlimmer wiegt indes, dass er mit seinen Äußerungen über die Europapolitik der Kanzlerin jeglichen Kredit verspielt hat. Ein peinlicher Fauxpas, mit dem sich Röttgen selbst aufs Abstellgleis geschickt hat. Das Wahlvolk schüttelt angesichts der ganz offensichtlichen Verzweiflungstat nur noch verwundert den Kopf. Und die Parteikollegen sind vor den Kopf gestoßen. Röttgen, der sich immer wieder gerne für höhere Weihen in der Bundespolitik empfehlen möchte, hat damit wohl eben diese Chance verspielt.

SPD und Grüne in Berlin sollten sich aber nicht zu früh freuen. Das Ergebnis in NRW kann ein Fingerzeig für die Bundestagswahl sein. Schafft die FDP nach Schleswig-Holstein auch in Nordrhein-Westfalen den Einzug ins Landesparlament, spürt indes auch Schwarz-Gelb Auftrieb.

Quelle: op-online.de

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