Problem sitzt tiefer

Kommentar: Wartezeiten beim Arzt

Das lange Warten auf einen Facharzttermin ist für viele Patienten ein Ärgernis. Ob die jetzt installierten Terminvergabestellen alle Probleme lösen können? Von Peter Schulte-Holtey

Abwarten, mit Wundern ist sicherlich nicht zu rechnen. Dabei wird das Gesetz und die Neuregelung für Schwung in der Debatte über die Ärzteversorgung sorgen. Wenn sich innerhalb von vier Wochen kein Termin bei einem niedergelassenen Arzt findet, kann der Patient ja ersatzweise auf die Behandlung durch ein Krankenhaus pochen. Die Vergütung in der Klinik geht dann zu Lasten des Honorartopfs der Praxisärzte. Für die Mediziner ist das natürlich ein Riesenärgernis, als Druckmittel, um Patienten zu ihrem Recht zu verhelfen, wird es allerdings hilfreich sein.

Was nicht übersehen werden sollte: Die eigentliche Ursache langer Wartezeiten für Kassenpatienten, nämlich die Trennung zwischen privat und gesetzlich Versicherten, bleibt bestehen. Solange es für Ärzte lukrativer ist, Privatpatienten zu behandeln, werden gesetzlich Versicherte benachteiligt bleiben. Schätzungen zufolge erwirtschaften viele niedergelassene Mediziner 30 Prozent ihres Einkommens allein mit Privatpatienten. Mit anderen Worten: Eine Gesundheitspolitik, die Ärzten enge finanzielle Korsetts verpasst, darf sich nicht wundern, wenn sie sich auf Patienten konzentrieren, deren Behandlung sich lohnt.

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Quelle: op-online.de

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