Weiter Ärger um Lebensversicherungen

Kommentar: Finger weg von Policen

Der Gesetzentwurf, der Lebensversicherer entlasten soll, liegt noch nicht auf dem Tisch, sorgt aber bereits für reichlich Ärger. Denn die Pläne, die Bewertungsreserven bei Lebensversicherungen zu stutzen, überschreiten beim Verbraucher eine Schmerzgrenze. Von Martina Wewetzer

Derartige Änderungen sind Eingriffe in bestehende Verträge. Und dies zum Nachteil aller Kunden. Egal, ob sie damit einen Hauskredit abgesichert haben oder für die Rente vorsorgen, egal ob sie schon viele Jahre zahlen oder erst kurz dabei sind. Zwar betonen die Versicherer stets, dass einzig der als Garantieleistung ausgewiesene Betrag als sicher gilt. Aber nur mit der ausgewiesenen Überschussbeteiligung und der Bewertungsreserve lassen sich Lebensversicherungen in Zeiten niedriger Zinsen überhaupt verkaufen.

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Und noch ein Grund spricht dafür, sich von Seiten der Politik und der Versicherungsgesellschaften sehr gut zu überlegen, wo man die Axt ansetzt: Die Bewertungsreserven wurden mit dem Geld der Versicherten aufgebaut. Der Gesetzgeber ist nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes sogar verpflichtet, hinreichend rechtliche Vorsorge zu treffen, dass der Kunde zum Ablauf der Police angemessen daran beteiligt wird. Wenn nun ein Versicherer seine Leistungen nur noch eingeschränkt erfüllen kann, dann sollte er zunächst einmal im eigenen Haus schauen, wo sich Reserven heben lassen. Das heißt, weniger Geld für den Vertrieb ausgeben und den Aktionären, den Eigentümer des Hauses, eine geringere Dividende auszuschütten. Ansonsten machen die Versicherer die Lebensversicherung zum Auslaufmodell.

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Quelle: op-online.de

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