Kommentar: Längst nicht von gestern

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Nicht wenige werden jetzt wieder die Nase rümpfen. Weltfrauentag - wer braucht das denn? Ja, richtig. Den Tag dürfte es im Kalender gar nicht mehr geben. Wir leben mitten im 21. Jahrhundert mit all seinen schönen Errungenschaften.

Zu denen müsste in einer demokratisch geprägten Gesellschaft wie in Deutschland selbstverständlich auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau gehören. Aber tatsächlich ist mitten in Europa die rechtliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung von Frauen und Mädchen immer noch nicht erreicht.

Dass der Weltfrauentag - leider auch mehr als 100 Jahre nach der Einführung - längst nicht von gestern ist, sondern weiter seine Berechtigung hat, zeigen Schlagzeilen aus dieser Woche:

  • Weibliche Führungskräfte haben in den großen Konzernen der Republik nach wie vor Seltenheitswert.
  • Frauen verdienen hierzulande immer noch weniger als ihre männliche Kollegen.
  • Bereits jede dritte Frau in der Europäischen Union ist Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden.

Das ist die bittere Realität. Trotz bestens ausgebildeter Frauen, trotz aufgeklärten Bewusstseins und fortgeschrittener Emanzipation. Jahr um Jahr wird die Situation beklagt. Aber damit sich endlich etwas ändert, müssen konkrete Maßnahmen her. Gefordert sind Politik und Wirtschaft, die den Frauen zum Beispiel den Spagat zwischen Karriere und Familie erleichtern könnten. Stichworte sind etwa: flexible Arbeitszeiten und mehr Kinderbetreuung auch über den Kindergarten hinaus.

Wichtig darf Entscheidungsträgern nicht nur der Blick aufs Geld sein. Wichtig sind auch mehr Respekt und mehr Gelassenheit zwischen den Geschlechtern: Machos und Emanzen haben ausgedient.

Quelle: op-online.de

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