Wulff-Revision

Kommentar: Das letzte Kapitel

Bitte nicht! Nicht noch einmal! An einer Neuauflage des Prozesses gegen Christian Wulff hat bis auf die Anklagebehörde kaum noch jemand ein ernsthaftes Interesse. Von Hans Willms

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Drücken wir also Frank Rosenow ganz fest die Daumen, dass er mit dem Freispruch für den ehemaligen Bundespräsidenten richtig gelegen hat. Und dass die schriftliche Urteilsbegründung des Richters schließlich auch die Staatsanwaltschaft überzeugt, der Bundesgerichtshof also gar nicht erst entscheiden muss. Der Fall Wulff sollte endgültig zu den Akten gelegt werden.

Rein nüchtern betrachtet handelt es sich bei der Beschwerde der Staatsanwaltschaft natürlich erst einmal nur um eine reine Formalität. Aus dem emotionalen Blickwinkel gesehen allerdings keimt da schon der Verdacht auf, die Anklagebehörde wolle nur nachkarten. Mehr als einmal schließlich hatte Richter Frank Rosenow Oberstaatsanwalt Clemens Eimterbäumer im Laufe des Verfahrens spüren lassen, was er von den angeblichen Beweisen hält. Die Revision mit Ansage war da nur die logische Konsequenz. So oder so: Für Christian Wulff beginnt nun ein weiteres Mal eine Zeit der Ungewissheit. Der Freispruch vor dem Landgericht Hannover mag für ihn Genugtuung gewesen sein, ob es tatsächlich das letzte Kapitel der unsäglichen Geschichte war, wird sich erst noch zeigen. Zu wünschen wäre es dem gescheiterten Staatsoberhaupt aber allemal.

Quelle: op-online.de

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