Kommentar: Die Zukunft schrumpft

Wir sind Export- und Reiseweltmeister, wir bauen die schnellsten Autos und wir revolutionieren jetzt die Energie. Nur für Kinder haben wir keine Zeit. Von Monika Reuter

Warum haben die Deutschen keine Lust – oder keinen Mut – mehr dazu, sich zu vermehren?

Es ist noch gar nicht so lange her, da bejubelte die damalige Familienministerin von der Leyen die Erfindung des Elterngeldes als Trendwende im Geburtenminus. Doch die Freude währte nur kurz, die Zahlen sanken weiter. Inzwischen ist eine Krippenplatzgarantie ab 2013 in Arbeit, Gerichtsurteile besagen, dass Kinderlärm gar kein Lärm ist. Die Regierung müht sich, dennoch sind pro Frau bei uns statisch nur 1,36 Kinder zu erwarten.

Dass die Zahl der Geburten so bald nicht steigen wird, dafür gibt es mehrere Gründe: Die Zahl der Frauen im gebährfähigen Alter ist rückläufig. Kinder gehören bei steigender Karriere oft nicht mehr zur Lebensplanung. Unsere Lebensräume sind allenfalls auf eine Zweikindfamilie ausgerichtet. Und immer noch sind Kinder, insbesondere im Falle einer Scheidung, ein Armutsrisiko.

Sofern die Gesellschaft Einfluss auf die Geburtenentwicklung nehmen kann, muss sie die Rolle übernehmen, die früher Großeltern und Tanten hatten. Sprich: für eine bezahlbare, lückenlose Betreuung und finanzielle Absicherung junger Familien sorgen. Nur so können Kinder wieder ein natürlicher Teil des Lebenssinns werden. Wenn das nicht gelingt, schrumpft unsere Zukunft.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online.de

Kommentare