EU kritisiert: Deutschland verletzt Regeln für Tierfutter

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Ein Landwirt hält Futterpellets in den Händen. Die EU kritisiert: Deutschland verletzt Regeln für Tierfutter.

Brüssel - Deutschland hält sich aus EU-Sicht nicht an geltende Regeln für Tierfutter. Was die Europäische Union an der deutschen Tiernahrung auszusetzen hat:

Die Europäische Kommission forderte Deutschland am Donnerstag in Brüssel auf, die EU-Futtermittelrichtlinie über Höchstmengen verbotener Schadstoffe umzusetzen. Mit der Richtlinie soll die Sicherheit von Futter- aber auch Lebensmitteln gewährleistet werden. Im Januar hatte Bundesagrarministerin Ilse Aigner in Brüssel noch selbst auf strengere Kontrollen gegen Futtermittelverseuchungen gedrängt.

Die EU-Richtlinie regelt die erlaubten Höchstgehalte an Schwermetallen und pflanzlichen Verunreinigungen in Futtermitteln. Als unerwünschte Stoffe gelten etwa Quecksilber oder Nitrite, die für die Gesundheit von Mensch oder Tier gefährlich sein können. Alle Mitgliedstaaten hätten die Richtlinie bis zum 1. November 2010 umsetzen müssen, was Deutschland aber bisher versäumt habe, teilte die Kommission mit.

Als Lehre aus dem Dioxin-Skandal hatte Aigner auf einem EU-Landwirtschaftsministertreffen Ende Januar für ein EU-weites lückenloses Kontrollnetz plädiert. Die CSU-Politikerin drängte damals auf eine strengere Zulassungspflicht für Futtermittelhersteller, die an verbindliche Qualitätsstandards geknüpft ist.

dapd

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