Lammert rechnet mit Abtritt Sauerlands

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Bundestagspräsident Norbert Lammert rechnet mit dem Abtritt des Duisburger Bürgermeisters Sauerland.

Frankfurt/Main - Bundestagspräsident Norbert Lammert geht nach der Loveparade-Katastrophe davon aus, dass der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland nicht im Amt bleiben wird.

Es stelle sich für ihn überhaupt nicht die Frage, ob Sauerland im Amt bleibe, sondern unter welchen Voraussetzungen er dieses Amt aufgeben müsse, völlig unabhängig von der Frage, ob er sich eine persönliche Schuld an den stattgefunden Ereignissen zurechnen lassen müsse, sagte Lammert dem Hörfunksender WDR5 am Freitag. Lammert kritisierte, es gebe in diesem Fall eine “vorschnelle und unfaire Neigung“, die Verantwortlichen oder den Verantwortlichen für das Ereignis zu identifizieren.

Der CDU-Politiker betonte zudem, dass die Verdienste Sauerlands für seine Stadt und die Region “natürlich ungleich größer sind als irgendjemand in diesen Tagen wahrzunehmen bereit und vielleicht auch in der Lage ist“.

Letzte Verletzte aus Krankenhaus entlassen

Fast zwei Wochen nach der Massenpanik mit 21 Toten und mehr als 500 Verletzten sollte die letzte Patientin aus dem Krankenhaus entlassen werden. “Die 23-Jährige Frau wird im Laufe des Tages entlassen werden“, sagte ein Sprecher der Duisburger Polizei auf DAPD-Anfrage. Unterdessen weist der Veranstalter der Loveparade, Lopavent, weiterhin Vorwürfe von sich, für die Massenpanik verantwortlich zu sein. Es sei nicht richtig, dass die eingesetzten Ordner keinen Funk gehabt hätten, äußerte sich der Veranstalter in einem Statement. “Unsere Ordner sind mit Bündelfunk ausgestattet gewesen, wir hatten insgesamt 294 Handfunkgeräte im Einsatz.

Gedenken an die Opfer der Loveparade

Gedenken an die Opfer der Loveparade

Die gesamte Kommunikationstechnik wurde von einem der weltweit führenden Unternehmen für Funkkommunikation gestellt“, hieß es weiter. Die Funktionsfähigkeit des Bündelfunk-Systems sei durchgängig gegeben gewesen. Auch sind Behauptungen, dass es zu wenige Ordner im Einlassbereich gab, laut Lopavent falsch. “Im Einlassbereich der Loveparade standen am Veranstaltungstag mehr Ordner bereit als im Planungskonzept festgeschrieben. Im genehmigten Planungskonzept waren circa 100 Ordner für den Einlassbereich vorgesehen“, hieß es in dem Statement des Veranstalters. Bei der Loveparade seien jedoch 148 Ordner im Einlassbereich im Einsatz gewesen. “Dies können wir dank eines elektronischen Check-in-Systems lückenlos dokumentieren“, versicherte Lopavent.

Mitgliederzahl bei McFit nahezu unverändert

Die Fitnesskette McFit des Loveparade-Organisators Rainer Schaller verzeichnet nach eigenen Angaben durch die Massenpanik keine vermehrten Mitgliederaustritte. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens auf DAPD-Anfrage. Allerdings verwies McFit darauf, dass “aussagekräftige Zahlen erst über einen längeren Zeitraum“ erhoben werden könnten.

Das Unternehmen erhält eigenen Angaben sehr viele Reaktionen und Rückmeldungen von den rund 2.500 Mitarbeitern aus den einzelnen Fitnessstudios. McFit kommuniziere seine Betroffenheit und Anteilnahme gegenüber der Loveparade-Opfer über seinen Internetauftritt, dem internen TV-Sender und über das Mitglieder-Magazin. McFit hat eigenen Angaben zufolge derzeit 925.000 Mitglieder in insgesamt 130 Studios in Deutschland, Österreich und Spanien.

dapd

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