Kommentar: Spirale der Eskalation

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Werner Menner

Die Rollen sind klar verteilt. Der Westen, das Nato-Land Türkei und einige arabische Staaten unterstützen Syriens Rebellen, um Präsident Assad zu stürzen. Russland, der Iran und auch der Irak helfen Assad, um genau das zu verhindern. Von Werner Menner

Und beide Lager versuchen mit allen Mitteln und Tricks, ihre Favoriten zu unterstützen. Wie bei Streitereien üblich. Weitere Konflikte sind programmiert, grenzüberschreitende Kampfhandlungen nicht auszuschließen.

Der Streit um eine in der Türkei zur Landung gezwungene syrische Maschine mit vermutlich russischen Gütern an Bord zeigt, wie emotionsgeladen und explosiv die Lage mittlerweile ist. Vieles erinnert an eine nahöstliche Neuauflage des Kalten Krieges. Es braucht nicht mehr viel, um die Länder Türkei und Syrien in einen Krieg zu treiben.

Es wäre ein Krieg, in dem die Türkei rein militärtechnisch gesehen zunächst zweifelsohne überlegen wäre, der aber vermutlich sehr schnell ausufern dürfte. Zumal die Großmächte schon jetzt indirekt beteiligt sind. Kriege lassen sich weder berechnen noch stringent führen. Und eine Erfolgsgarantie gibt es auch bei scheinbarer Überlegenheit nicht. Im Irak und in Afghanistan wurde dies unmissverständlich demonstriert. Es sind Lehren, die mit Blick auf Syrien bei Einmischungen von außen – wie sie permanent stattfinden – nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Quelle: op-online.de

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