Lübcke-Prozess

Familie Lübcke zur Haftentlassung von Markus H.: „Kaum zu ertragen“

Markus H. (M), Mitangeklagter im Prozess um die Ermordung des Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, kommt zur Fortsetzung des Prozesses in den Gerichtssaal im Oberlandesgericht.
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Markus H. wird aus der Untersuchungshaft entlassen. Das gab das Oberlandesgericht Frankfurt bekannt.

Im Prozess um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wird der wegen Beihilfe angeklagte Markus H. aus der Untersuchungshaft entlassen. Jetzt reagiert Lübckes Familie.

  • Mitangeklagter in Lübcke-Prozess wird aus Untersuchungshaft entlassen
  • Gericht sieht „keine hohe Wahrscheinlichkeit mehr für Beihilfe“
  • Walter Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 tot auf der Terrasse seines Wohnhauses gefunden worden

Update vom Donnerstag, 1. Oktober 2020, 13.39 Uhr: Die Familie des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat auf die Haftentlassung von Markus H. reagiert. Diese sei „kaum zu ertragen“, kritisierte die Familie laut der Nachrichtenagentur afp.

Ein Sprecher der Familie Lübcke erklärte am Donnerstag die Angehörigen seien „fest davon überzeugt, dass die Tat von beiden Angeklagten gemeinschaftlich geplant und gemeinschaftlich verübt worden ist“. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte Markus H. aus der Haft entlassen, da er nicht mehr verdächtig werde, sich der Beihilfe zum Mord schuldig gemacht zu haben.

Erstmeldung vom Donnerstag, 1. Oktober 2020, 11.25 Uhr: Der im Prozess um die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke mitangeklagte Markus H. wird aus der Untersuchungshaft entlassen. H. sei „nicht mehr verdächtig, sich der Beihilfe strafbar gemacht zu haben“, teilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main im Prozess mit. Es bestehe „keine hohe Wahrscheinlichkeit mehr für die Beihilfe“.

Als Grundlage der Entscheidung nannte das Gericht die jüngste Einlassung des Hauptangeklagten Stephan Ernst, der sich zusammen mit H. seit Juni in dem Mordprozess verantworten muss. H. wurde angeklagt, „psychologische Beihilfe“ geleistet zu haben.

Mord an Walter Lübcke: Stephan Ernst und Markus H. waren frühere Arbeitskollegen

Stephan Ernst hatte in unterschiedlichen Versionen gestanden, Lübcke erschossen zu haben. Laut seiner Aussage vor Gericht war H. bei der Tat im Juni vergangenen Jahres in Nordhessen anwesend. In einem vorherigen Geständnis während der Ermittlungen hatte er jedoch auch angegeben, der Schuss habe sich versehentlich gelöst, als H. die Waffe gehalten habe.

Der Mitangeklagte Markus H. versteckt sein Gesicht.

Ernst und H. waren frühere Arbeitskollegen, die sich nach Angaben von Ernst angefreundet hatten. H. war demnach derjenige, der Ernst politisch beeinflusst habe, nachdem dieser sich vor Jahren aus der rechten Szene gelöst habe. Er habe ihn auch zu gemeinsamen Schießübungen im Wald mitgenommen, hatte Ernst in seinen Geständnissen angegeben.

Stephan Ernst soll Walter Lübcke aus rechtsextremen Motiven getötet haben

Bei der Durchsuchung der Wohnung von H. hatten die Ermittler nach dem Mord an Lübcke zahlreiche NS-Devotionalien gefunden. Auf der gelöschten Festplatte seines Computers entdeckten sie zahlreiche Texte mit rechtsextremen und antisemitischen Inhalten.

Walter Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 tot auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha gefunden worden. Stephan Ernst soll ihn aus rechtsextremen Motiven getötet haben. (red/dpa/afp)

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