Guttenberg und die K-Frage

Kommentar: Machtkampf in der Union

Eines hat der Wähler in Deutschland sicherlich gelernt: Immer wenn Politiker Gerüchte heftig dementieren, steckt zumindest ein bisschen Wahrheit dahinter. So ist es sicherlich auch im Fall Karl-Theodor zu Guttenberg. Von Marc Kuhn

In der Union tobt ein heftiger Machtkampf. Aufgescheucht durch die miesen Umfragewerte wird hinter den Kulissen in Berlin und München das Personalkarussell angeschoben. Den Vordenkern in der CDU ist klar, dass nach möglichen Wahlschlappen Fragen zur Zukunft von Angela Merkel hochkommen werden. Letztlich muss die Parteichefin für Niederlagen geradestehen. Nach dem Abgang von Roland Koch und dem Aufstieg von Christian Wulff fehlen indes die Alternativen.

So wundert es zunächst nicht, dass der beim Wahlvolk beliebte Verteidigungsminister von interessierter Seite ins Gespräch gebracht wird - zumal sich zu Guttenberg nicht als strammer CSU-Hardliner hervortut. Allerdings ist nicht wirklich vorstellbar, dass die CDU-Größen der Schwesterpartei in der Kanzlerfrage den Vortritt lassen werden.

Politik nicht die einzige Zukunftsperspektive

Womöglich kommt Horst Seehofer die Debatte ganz recht, wird der CSU-Chef doch den Geist nicht mehr los, den er selbst gerufen hat. Der Freiherr macht bisher stets eine gute Figur. Verbrennt er sich in der K-Frage aber die Finger, wackelt Seehofers Stuhl nicht mehr. Mit seiner Integrations-Diskussion hat er ohnehin schon mal den Vorwahlkampf eröffnet.

Der Sieger im Machtkampf der Union wird somit keinesfalls zu Guttenberg heißen. Er ist nicht mehr ein Spielball, mit dem die Mächtigen derzeit kicken. Das weiß selbst der noch junge Minister. Nicht umsonst betont er ständig, dass die Politik nicht seine einzige Zukunftsperspektive ist.

Quelle: op-online.de

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