Kommentar: Anreize fehlen

+
Petra Wettlaufer-Pohl

Die Ausbildung dauert viele Jahre, dafür hält sich das Gehalt hinterher in Grenzen. Beinahe grenzenlos dagegen sind die Erwartungen an die vielen Frauen und wenigen Männer, die im Kindergarten arbeiten. Von Petra Wetllaufer-Pohl

Längst geht es nicht mehr „nur“ um Betreuung; spätestens seit dem Pisa-Schock heißt es „frühkindliche Bildung“.

Es ist ja kein Schaden, dass so manches Spiel, das auch früher schon gespielt wurde, von Wissenschaftlern in Broschüren pädagogisch verpackt, nun unter Bildung firmiert. Tatsächlich wird aber erwartet, dass Erzieherinnen all das individuell dokumentieren, die Elternarbeit intensivieren und mit der späteren Schule intensiven Austausch betreiben. Sprachförderung, musische Bildung, Wertevermittlung, interkulturelle Bildung gehören genauso dazu wie Essen, Trinken und - bei den Kleineren - das Windeln wechseln. Man muss es angeblich nur richtig organisieren.

Qualität kostet mehr Geld

Tatsächlich aber muss sich die Gesellschaft entscheiden, ob sie nur eine Betreuungsgarantie in Form von Kitaplätzen will oder auch Qualität. Letzteres kostet mehr Geld. Ein Teilzeitjob für 1300 Euro brutto ist bestimmt kein Anreiz für Erzieher und Erzieherinnen, all die Erwartungen zu erfüllen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare