Kommentar:Warum nicht die Telekom?

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Frank Pröse

Ernsthaft lässt sich diese Personalie nun wirklich nicht kommentieren: Ex-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn wird neuer Chef des Pleiten-Pech-und-Pannen-Flughafens in Berlin. Von Frank Pröse

So schlimm sieht es also um die Investitionsruine aus, dass ein mehrfach gescheiterter Gernegroß der Managergilde zum Leiter des völlig aus dem Ruder gelaufenen Projektes BER gemacht wird. Der Verkehrsminister schwadroniert von einer „patriotischen Berufung“. Was immer das auch letztlich heißen mag, „hervorragende Managementfähigkeiten und ein Höchstmaß an wirtschaftlicher und technischer Kompetenz“, die Peter Ramsauer dem Hoffnungsträger attestiert, zeugen eher von fehlendem Sachverstand seitens des Ministers.

Da soll jetzt also einer den Karren in Berlin aus dem Dreck ziehen, der sich quasi als Allzweckwaffe auf seinen bisherigen Chefsesseln selten als treffsicher erwiesen hat, sei es bei Focke Wulff, bei MBB oder Airbus, bei Heidelberger Druck oder einer RWE-Beteiligung, bei der Deutschen Bahn AG oder bei Air Berlin, um nur die letzten seiner vielen Stationen zu nennen. Mehdorn ist vor allem kein Teamplayer und hat eher selten diplomatisches Geschick bewiesen. Es fehlen also Managementfähigkeiten, die gerade beim BER-Projekt gefragt sind. Ansonsten hat Mehdorn regelmäßig Flurschaden hinterlassen. In der Hinsicht kann er sich mit dem BER-Projekt freilich nicht profilieren, denn das ist schon durch die Vorgänger ruiniert. Aber Berlin scheint vorerst noch sexy zu sein. Diesen Ruf muss sich Stuttgart mit seinem Milliardengrab erst noch verdienen - wenn´s denn je gelingt. Denn den Schwaben fehlt ein Wowereit.

Das Narrenschiff hat mit Mehdorn wieder Fahrt aufgenommen. Zur Enterung der Telekom fehlt die Zeit, denn René Obermann ist schon auf dem Absprung nach Holland. Fachkräftemangel, wohin man auch blickt...

Quelle: op-online.de

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