"Bedrückend und nicht zu erklären"

Merkel besorgt über Antisemitismus in Deutschland

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Angela Merkel

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich besorgt über den fortdauernden Antisemitismus in Deutschland gezeigt.

Es sei "bedrückend und fast nicht zu erklären, aber doch die Realität, dass keine jüdische Einrichtung ohne Polizeischutz sein kann", sagte Merkel in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videoansprache. Noch sei das Ziel nicht erreicht, dass es in Deutschland keine antisemitischen Tendenzen mehr gebe. Nötig sei "die Zivilcourage aller Menschen im Lande, dass sie Antisemitismus nicht dulden".

Merkel äußerte sich anlässlich des bevorstehenden Jahrestags der Reichspogromnacht am 9. November 1938. Ausdrücklich bedankt sie sich bei den Zeitzeugen der Judenverfolgung: "Es ist ja alles andere als selbstverständlich, dass Menschen, die so Schreckliches erlebt haben, die in Konzentrationslagern waren, die verfolgt waren, überhaupt wieder mit uns, den Deutschen, ins Gespräch kommen." Für die Zeit, in der es die Zeitzeugen nicht mehr gebe, sei Vorsorge zu treffen: Deshalb gebe es eine "umfassende Gedenkkultur".

Die Bundeskanzlerin bezeichnet es als "eine sehr gute Erfahrung, dass wir heute wieder lebendiges jüdisches Leben in Deutschland haben". Die Bundesregierung unterstütze dieses Leben.

Merkel bekannte sich in der Videobotschaft zu ihrer Aussage, wonach die Sicherheit Israels zur Staatsräson Deutschlands zähle. Kritik an der Politik Israels sei dabei legitim, die gebe es auch in Israel selbst, sagte Merkel. Aber sie trete entschieden dagegen auf, wenn pauschalisiert werde und mit Kritik an Israel Antisemitismus und Anti-Zionismus durch die Hintertür zum Ausdruck kämen.

afp

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