Midterm Elections 2018

Jung, weiblich, muslimisch oder schwul - diese Abgeordneten bereichern jetzt die US-Politik

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Ilhan Omar flüchtete einst als Kind mit ihrer Familie vor dem Bürgerkrieg in Somalia über Kenia in die USA.

Im US-Wahlkampf der vergangenen Monate hat Donald Trump meist im Mittelpunkt gestanden. Doch die Midterm Elections haben weitere schillernde Kandidaten ins Amt gespült - ein kleiner Überblick:

New York - Die Kongress- und Regionalwahlen waren im hohen Maße ein Referendum über den extrem polarisierenden Präsidenten. Doch neben Donald Trump haben noch mehrere weitere Politiker landesweite Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Einige dieser Kandidaten werden in den nächsten Jahren eine größere Rolle in der US-Politik spielen:

ALEXANDRIA OCASIO-CORTEZ

Die 29-jährige Latina aus New York ist im Blitztempo zum Aushängeschild des linken Parteiflügels der Demokraten aufgestiegen. Am Dienstag wurde sie als bisher jüngste Frau in den US-Kongress gewählt. "Wir haben heute Abend Geschichte geschrieben", sagte sie auf ihrer Wahlparty im New Yorker Stadtteil Queens. Dass sie es ins Repräsentantenhaus schaffen würde, war praktisch sicher - ihr Wahlbezirk ist eine traditionelle Domäne der Demokraten.

Alexandria Ocasio-Cortez.

Für die eigentliche Revolution sorgte die Graswurzelaktivistin puertoricanischer Herkunft bei den Vorwahlen, als sie sich gegen einen langjährigen Abgeordneten durchsetzte. Ocasio-Cortez nennt sich "demokratische Sozialistin", sie tritt unter anderem für eine Ausweitung staatlicher Gesundheitsleistungen ein.

ILHAN OMAR und RASHIDA TLAIB

Die 42-jährige Tlaib hatte bereits vor der Wahl Geschichte geschrieben. Weil die demokratische Kandidatin aus dem Bundesstaat Michigan keinen republikanischen Gegenkandidaten hatte, stand fest, dass die Tochter palästinensischer Einwanderer als erste Muslimin in den US-Kongress einziehen würde.

Ilhan Omar (l.) und Rashida Tlaib.

Als muslimische Frau im Repräsentantenhaus wird sie aber nicht allein sein. Die 36-jährige Omar aus Minnesota setzte sich gegen ihre republikanische Konkurrentin durch. Omar flüchtete einst als Kind mit ihrer Familie vor dem Bürgerkrieg in Somalia über Kenia in die USA.

Midterm-Wahlen 2018 in USA im Ticker: Republikaner halten Senat, Demokraten erobern Repräsentantenhaus

SHARICE DAVIDS und DEB HAALAND

Neue Wege beschreiten auch die beiden amerikanischen Ureinwohnerinnen Davids und Haaland, die als erste indigene Frauen in den US-Kongress einziehen. Die Kandidatinnen der demokratischen Partei sind Teil einer Rekordzahl amerikanischer Ureinwohner, die sich bei den Wahlen auf Sitze im Kongress, auf Gouverneursposten und auf andere Ämter beworben hatten.

Sharice Davids

Die 38-jährige Davids, Rechtsanwältin und ehemalige Kampfsportlerin, bezwang in Kansas City den bisherigen republikanischen Mandatsträger. Die 57-jährige Haaland aus New Mexico ist eine erfahrene Aktivistin, die als Freiwillige bereits Erfahrung in Wahlkämpfen für die demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry und Barack Obama sammelte. Auch sie eroberte ein zuvor republikanisches Kongress-Mandat.

Deb Haaland.

JARED POLIS

Nach fünf Legislaturperioden im US-Kongress gilt der 43-jährige Polis bereits als erfahrener US-Politiker. Mit seiner Wahl zum Gouverneur Colorados trägt sich der Demokrat dennoch in die Geschichtsbücher ein: Er ist der erste offen schwule Kandidat, der an die Spitze eines US-Bundesstaats gewählt wurde.

Jared Polis.

Jim McGreevey, ehemaliger Gouverneur aus New Jersey, bekannte sich 2004 erst nach seiner Wahl öffentlich zu seiner Homosexualität. Der Self-made-Millionär Polis ist einer von hunderten lesbischen, schwulen, bisexuellen und Transgender-Kandidaten, die bei den sogenannten Midterms angetreten waren. Polis übernimmt das Amt von John Hickenlooper, der seit 2011 Gouverneur in Colorado war.

Die Ergebnisse der Midterm Elections 2018 im Überblick

KEVIN CRAMER

Die Demokraten haben nicht zuletzt in der Folge einer Anti-Trump-Welle viele bislang republikanische Mandate erobert. Umgekehrt haben jedoch auch republikanische Kandidaten dank der Wahlkampfhilfe des Präsidenten einige bislang demokratische Mandate errungen. Zu ihnen zählt der 57-jährige Senatskandidat Cramer aus North Dakota, der Prognosen zufolge den Platz der bisherigen demokratischen Mandatsträgerin Heidi Heitkamp einnehmen wird.

Heidi Heitkamp, demokratische Senatorin des US-Bundesstaates North Dakota hat ihren Sitz an den republikanischen Herausforderer Kevin Cramer verloren.

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