ISIS-Kämpfer

Mutmaßlicher Islamist in Berlin verhaftet

Berlin - Die Islamistenmiliz Isis setzt im Irak und in Syrien internationale Brigaden ein. Sie rekrutiert dafür auch in Europa Kämpfer. Nun melden die deutsche und spanische Polizei Fahndungserfolge.

Die Bundespolizei hat einen mutmaßlichen Islamisten in Berlin verhaftet. Der 30 Jahre alte Verdächtige war am Samstagabend am Flughafen Tegel erkannt worden. Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Mann aus Frankreich sei wohl aus Syrien gekommen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Er werde verdächtigt, dort in Kampfhandlungen verwickelt gewesen zu sein.

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag), die zuerst darüber berichtet hatte, sei der Mann nach Syrien gereist, um sich der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) anzuschließen. Die Generalstaatsanwaltschaft prüft nun eine Auslieferung.

17-Jähriger wollte offenbar in Syrien in den Krieg ziehen

Am Montag hat die Bundespolizei einen 17-Jährigen festgenommen, der offenbar in Syrien in den Krieg ziehen wollte. Ein Polizeisprecher in Stuttgart bestätigte entsprechende Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Demnach war der Jugendliche in der vergangenen Woche in Istanbul von türkischen Behörden aufgegriffen worden. Er musste daraufhin nach Stuttgart zurückfliegen. Da es nur einen Verdacht gebe, sei der junge Mann inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Islamistische Terrorzelle in Madrid zerschlagen

Die spanische Polizei hat eine Terrorzelle zerschlagen, die Kämpfer für die Islamistenmiliz Isis angeworben haben soll. Wie das Innenministerium am Montag mitteilte, wurden in Madrid acht Verdächtige festgenommen.

Darunter sei auch der mutmaßliche Chef der Gruppe. Der Marokkaner sei 2001 in Afghanistan gefangen genommen worden und einige Zeit im US-Lager Guantánamo inhaftiert gewesen. Der 47-Jährige wurde später in Spanien vor Gericht gestellt, in einem Terroristenprozess aber mangels Beweisen freigesprochen.

Die Festgenommenen stehen im Verdacht, islamistische Kämpfer angeworben und in die Konfliktgebiete im Irak und in Syrien geschickt zu haben. Im Irak verbreitet die radikale Sunnitenmiliz Isis zurzeit mit ihrem Vormarsch Angst und Schrecken.

Nach Informationen der Online-Ausgabe der Zeitung „El País“ stammten die Verdächtigen aus Marokko, Spanien und Argentinien. Ihre Festnahme stehe auch im Zusammenhang mit den verstärkten Sicherheitsvorkehrungen wegen der anstehenden Proklamation des spanischen Thronfolgers zum König Felipe VI., berichtete das Blatt.

In Syrien kämpfen nach Schätzungen etwa 50 Islamisten aus Spanien für die Rebellen. Die spanische Polizei hatte bereits in den vergangenen Jahren in den Nordafrika-Exklaven Melilla und Ceuta drei Zellen zerschlagen, die islamistische Kämpfer für den Irak und Syrien angeworben hatten.

dpa

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