Neuanfang bei den Liberalen

Lindner soll Rösler als FDP-Chef ablösen

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FDP-Chef Philipp Rösler und das gesamte Parteipräsidium haben nach dem Wahldebakel vom Sonntag den Rücktritt angeboten. Das erfuhr die dpa aus Parteikreisen. Als neuer Vorsitzender ist der ehemalige Generalsekretär Christian Lindner im Gespräch.

Berlin - Die FDP bekommt nach ihrer historischen Wahlniederlage eine neue Führung: Der bisherige Vize-Vorsitzende Christian Lindner will für die Nachfolge von Parteichef Philipp Rösler kandidieren, der sein Amt zur Verfügung stellt.

Rösler sagte weiter, dass er für kein Parteiamt mehr zur Verfügung stehe. Eine Entscheidung über seine berufliche Zukunft habe er noch nicht getroffen. Zunächst gehe es für ihn darum, neue Stellen für seine Mitarbeiter zu finden, sagte Rösler.

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FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle zeigte sich zuversichtlich, dass der designierte neue Parteichef Lindner die FDP wieder zum Erfolg führen könne. "Ich habe die Einschätzung, dass er sehr wohl diese schwierige Aufgabe meistern kann", sagte Brüderle. Zu seiner eigenen Zukunft sagte er: "Ich werde weiter ein liberaler Mensch sein und - wenn es gewünscht ist - meiner Partei mit Rat zur Seite stehen."

Auf den Sitzungen von Präsidium, Vorstand und Fraktion sei viel "Kampfeswillen" zu spüren gewesen, sagte Brüderle. Es gebe "Zuversicht, dass wir selbstverständlich wiederkommen in vier Jahren".

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Der scheidende Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sagte am Rande der Vorstandssitzung: "Es ist die Stunde Null für eine neue FDP." Bahr begrüßte die Bereitschaft von NRW-Ladeschef Lindner, für den Bundesvorsitz zu kandidieren. Lindner werde auch als FDP-Bundeschef seinen Posten als Fraktionschef im nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf behalten, sagte Bahr.

Die FDP hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag eine historische Niederlage erlitten: Mit 4,8 Prozent scheiterte sie an der Fünf-Prozent-Hürde und wird damit erstmals nicht im Bundestag vertreten sein.

afp

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