Kommentar: Noch Hoffnung?

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Angelika Dürbaum

Die SPD kommt nicht auf die Beine. Das jüngste Politbarometer ist ein Desaster für die Partei. Mit derzeit gerade einmal 26 Prozent verzeichnet sie nach den Querelen ihres Spitzenpersonals den schlechtesten Wert in der ZDF-Umfrage seit zwei Jahren. Von Angelika Dürbaum

Dagegen erreichte die Union mit 43 Prozent den höchsten Stand in der achtjährigen Merkel-Ära. Noch schlimmer sieht es für die Sozialdemokraten beim direkten Vergleich der Spitzenkandidaten aus. 65 Prozent wünschen sich Angela Merkel weiter als Regierungschefin, während gerade einmal 27 Prozent lieber Peer Steinbrück im Kanzleramt sähen. Zum Vergleich: Anfang des Monats hatte Merkel mit 59 zu 30 Prozent vor Steinbrück gelegen.

Als wäre das alles noch nicht schlimm genug, haut SPD-Chef Sigmar Gabriel mal wieder auf die Pauke. Die Union habe ihr Wählerpotenzial „ausmobilisiert“, die Zeit der SPD dagegen komme noch - „immer dann, wenn wirklich über die Frage geredet wird: Was bewegt die Menschen“. Aha. Redet die SPD sonst nicht über entscheidende Fragen?

Gabriel kann nicht ernsthaft glauben, mit derartigen Geschwafel Wähler zu mobilisieren. Er sollte sich lieber fragen, warum eine Kanzlerin, die seit Monaten eigentlich gar nichts tut, so gute Umfragewerte einfährt. Und er sollte darüber nachdenken, ob seine Querschüsse (erinnert sei an nur an seine legendäre Tempolimit-Forderung) für Steinbrück wirklich hilfreich sind. Heißt nicht der Wahlkampfslogan der SPD: Das wir entscheidet? Eigentlich bleibt den Sozialdemokraten bis zur Wahl nur eine Hoffnung: nämlich die auf einen Fehler von Merkel.

Quelle: op-online.de

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